Wenn Mona bäckt …

Wenn Mona bäckt …

Nach mittlerweile fast zwei Jahren kann ich sagen, dass das Brotbacken für mich fast schon ein Hobby ist. Und somit hat es sich einen Eintrag in meinem Blog verdient. Ich habe schon mehrmals angesetzt, meine Art zu Backen niederzuschreiben – wurde ich doch immer wieder nach dem Rezept gefragt, wenn ich ein Bild in Facebook gepostet hatte – doch ist es teilweise dermaßen chaotisch, was ich da aufführe, dass ich keine rechte Auskunft geben kann.

Mein letztes Brot ist wieder so schön und so gut geworden, dass ich wage zu behaupten, dass ich in der Zwischenzeit ein Gefühl dafür entwickelt habe. Rezepte kann ich trotzdem nicht liefern. Kochbücher sehe ich als Anregung, weil ich es NIE schaffe, mich tatsächlich dran zu halten. So ist die Chance, ein Brot jemals wieder gleich hinzubekommen gegen NULL.

Das gilt im Übrigen für alle Rezepte und sämtliche Kocherei meinerseits. Ich habe die Zutaten und suche ein Rezept. Nahezu immer stelle ich während des Kochens fest, dass mir etwas fehlt. Alternativ habe ich etwas da, was verbraucht werden muss.

Kein alter Zopf

Ein Beispiel aus den Anfangszeiten des Coronabackens – es sollte ein Brioche-Zopf werden:
Im Original sind 350 g Mehl für 20 g Germ, also wird einfach verdoppelt – denke ich mir – habe ich doch einen ganzen Würfel. Dass ein Würfel Germ 42 g hat, wird vernachlässigt. Das Rezept ist für den Wunderwuzzi aka Thermomix. Allerdings habe ich beim Verdoppeln nicht überprüft, ob ich nun tatsächlich alles doppelt habe. Das Dampfl ist schon fertig, als ich feststelle, dass ich zu wenig Eier habe. Also behelfe ich mir mit Milch, die ich – tataaa – abwiege und dem Ei-Gewicht entsprechend ergänze. Bei der Butter lass ich das Wiegen wieder bleiben. Warum? Fragt mich etwas Leichteres! Vielleicht um die Waage nicht zu überstrapazieren. 😉Der Zopf ist schnell geformt, nochmals gehen lassen und ab in den Backofen.

Wenn Mona bäckt ...

Aber wie ist es nun mit der Temperatur und Backzeit? Ist ja immerhin die doppelte Menge und am Blech und nicht in der Kastenform. Also wurde nach Gefühl gebacken. Es gibt ja die Klopfmethode.

Roggensauerteig

Regelmäßig gibt es bei uns nun auch Roggenbrot mit Roggensauerteig. Den habe ich am Anfang der Coronakrise von meiner Mama bekommen. Die hatte ihn wiederum von einer Freundin, die seit vielen Jahren bäckt. Also hat er schon einige Jahre auf dem Buckel. Ich stelle mir das so vor wie bei Globuli. Es ist ein Molekülchen vom Uraltroggensauerteig noch enthalten und das sorgt dafür, dass die Triebkraft immer noch da ist.

Ich mische das Mehl. Vollkorn und Nicht-Vollkorn. Roggen, Weizen, Dinkel … was grad da ist, wobei meistens mehr als die Hälfte Roggen ist. Ganz Roggen pack ich nicht, weil der Teig dann gar so klebt. Dazu kommen dann auch diverse Körner oder auch nicht. Mal Joghurt oder auch nicht. Es ist immer wieder überraschend, dass das Ergebnis immer wieder gut schmeckt. Auch probiere ich immer unterschiedliche Behältnisse. Am Blech, im Römertopf, im Ultra Plus, in der Marmorkuchenform, in einer eigens angeschafften Brotbackform – alles schon dagewesen.

Ich verfüge über 7 (in Worten sieben) Brotbackkochbücher. Manchmal frage ich mich wozu. Wobei sich auch meine restliche Kochbuchsammlung sehen lassen kann, es sind weit über 100 Kochbücher und Broschüren. Eine Freundin liest ihre Kochbücher! Das hat mich immer schon fasziniert. Wobei … ich nutze sie eher als Bilderbücher mit Untertiteln.

Lievito Madre

Ihren Ursprung hat meine „Mutterhefe“ in Oberösterreich und hat dann über Salzburg und Tirol ihren Weg zu mir gefunden. Auch hier ist bestimmt noch ein Linzer Weizenkörnchen drinnen, welches mit den Kollegen aus Salzburg und Tirol nun in Wien feiert. Sie reist in den kommenden Tagen weiter nach Kärnten.

Hier das aktuellste Beispiel für Backen mit Lievito Madre. Die liebe ich besonders! Seit ich die habe, verwende ich Germ nahezu überhaupt nicht mehr. Gefüttert wird vorschriftsmäßig! Den Teig mische ich dieses Mal knapp vor dem Schlafengehen, mach das schnell im Wunderwuzzi. Im Rezept ist kein Joghurt vorgesehen, aber ich habe doch vor kurzem Joghurtbrot gebacken, welches so gut war! Und schwuppdiwupp ist ein halbes Glas Joghurt drinnen. Das wird trotzdem gewogen, das Wasser dazu auch (im Wunderwuzzi wird alles gewogen). Mehl dazu wiegen und Salz und der Teig wird geknetet.

Ich stelle fest, dass der Teig noch viel zu patzig ist, also braucht es noch Mehl. „Schütt!“
Hätte ich die Waage vorher eingeschaltet, wüsste ich auch wieviel es dann war. Ihr seht mich Augen rollen! Es ist zum Haare raufen.  Aber … tataaaaaaa! Der Teig war sooooo schön! Gebacken wurde am nächsten Tag und das Brot war wunderbar knusprig.

Brotbacken mit Gusseisentopf ist groß in Mode. Die Mode wäre mir ja wurscht, aber wenn es so tolle Ergebnisse damit gibt, hat es mich dann doch interessiert. Ein lieber Kollege – der seit Corona auch dem Brotbacken frönt – hat mir dann seinen Gusseisentopf geborgt. So ein Topf ist ja doch eher eine Investition! Ich habe Probe gebacken und kam dann zum Schluss, dass ich auch so einen Topf haben möchte. Glückes Geschick – mein Geburtstag lag nah! Ich habe ihn von meinen Eltern geschenkt bekommen. Und ich liebe ihn!

Zwischendurch denke ich mir schon, dass es einfacher wäre, das Brot einfach wieder fertig zu kaufen. Bedarf das Backen mit Sauerteig doch einer gewissen Planung. Die aufgewendete Arbeitszeit ist sehr überschaubar – am Längsten dauert gefühlt noch das Reinigen, wenn es Roggenteig gibt. Doch der Zeitrahmen kann sich über 24 Stunden erstrecken. Je nachdem, für welche Teigführung man sich entscheidet.

Und man muss es regelmäßig tun! Ich hatte in meinem Leben nie ein Tamagotchi. Jetzt hab ich zwei unterschiedliche Sauerteige, die regelmäßig gefüttert werden wollen. Das sind nun meine Tamagotchis. Eigentlich sind sie nun schon so lange Teil unseres Haushalts, dass sie sich Namen verdient haben.

Also …

Roger ist der Wilde
und Hilde ist die Milde!

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